SC Pforzheim

 

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Der Höhlentaucher Jochen Hasenmayer beim Vereinsstammtisch am 3.7.2012 PDF Drucken E-Mail


Beim Vereinsstammtisch des Skiclub Pforzheim am 3.7.2012 hielt der bekannte Höhlentaucher Jochen Hasenmayer aus Birkenfeld einen sehr interessanten Vortrag über seine Vorstöße in die unbekannten Tiefen der Höhlen der Schwäbischen Alb und legte seine daraus gewonnenen Erkenntnisse dar, die zum Teil im Widerspruch zu den gängigen Lehrmeinungen einschlägiger Universitäten und des geologischen Landesamtes Baden-Württemberg stehen.

Bereits seit den sechziger Jahren hat er viele Karstquellen in Süddeutschland betaucht, so die Wimsener Höhle, den Aachtopf, den Blautopf und die Falkensteiner Höhle. Bekannt wurde er 1985 vor allem durch die Entdeckung der ersten luftgefüllten Halle des Blautopfes, des Mörikedoms, ca. 1250 m vom Höhleneingang des Blautopfes entfernt.

Dazu musste er in einem jahrzehntelangen Prozess sowohl die Tauchtechnik als auch die nötige Technologie entwickeln. Der als Sicherheitsfanatiker bekannte Höhlentaucher hat gleichzeitig auch das Alleintauchen beim Höhlentauchen eingeführt. Diese Praxis wird von manchen Höhlentauchern als sicherer empfunden, widerspricht aber den Grundregeln des normalen Tauchens.

Wegen fehlerhafter Tiefenmesser kehrte er 1989 nach einem Tauchgang im Wolfgangsee (Österreich) zu schnell an die Wasseroberfläche zurück. Durch eine deshalb zu kurze Dekompression erlitt er Durchblutungsstörungen, seine Kollegen legten ihn jedoch umgehend in eine bereitstehende Druckkammer und konnten vorerst die Lähmung rückgängig machen. Allerdings nahmen die Notärzte in den Krankenhäusern von Graz und Köln erneut den Druck zu schnell weg, so dass Hasenmayer heute querschnittsgelähmt ist. Er gab jedoch nicht auf und baute mit dem Orgelbauer Konrad Gehringer ein Plexiglas-Höhlen-U-Boot (Speleonaut). Mit diesem neuartigen Tauchboot unternahm er weitere Tauchgänge und entwickelte dadurch eine in der Lehrmeinung umstrittene Theorie zur Verkarstung Süddeutschlands.

Nach dieser Theorie entstand die Blautopfhöhle bereits in der Kreidezeit und damit viel früher, als derzeit angenommen wird. Daher kann die Blautopfhöhle nicht zum Ur-Donautal abgeflossen sein, dem heutigen Blautal. Daraus folgt weiter, dass sie viel weiter südlich entwässert haben muss und in diesem Gebiet mit einer sehr tiefen Verkarstung zu rechnen ist. Da diese Höhlen tief genug sind, um Thermalwasser zu enthalten, könnten diese zur Gewinnung von Geowärme genutzt werden. Als Indiz wurde das Alter von Unterwasser-Tropfsteinen im hinteren Teil der Unterwasserhöhle mit mehreren Millionen Jahren angegeben, während die wissenschaftliche Untersuchung eines Tropfsteins ein Alter von deutlich unter 10.000 Jahren ergab.

1986 wurde Hasenmayers Theorie veröffentlicht. Sie stieß in der Fachwelt überwiegend auf Ablehnung. In der Öffentlichkeit ist dagegen die Faszination für die charismatische Persönlichkeit Hasenmayers noch ungebrochen. Dies war auch beim Skiclub-Vortrag zu spüren.


Der Vereinsstammtisch des Skiclubs Pforzheim findet monatlich, in der Regel am ersten Dienstag des Monats im Bootshaus (Vereinsheim des Skiclubs) statt. Hier werden immer wieder interessante Vorträge zu ganz unterschiedlichen Themen gehalten. Interessenten können sich durch ein Mail an  Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst  in den Mailverteiler eintragen lassen und erhalten kurz vor dem jeweiligen Termin dann eine Einladung zugesandt.

Der nächste Vereinsstammtisch findet am Dienstagabend, 7.8.2012, im Bootshaus mit einem Grillfest statt.

Die beigefügten Bilder zeigen Eindrücke vom Vortrag mit Jochen Hasenmayer.

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